Montag, 9. Juli 2007

Noch gar nicht so lange her:
wir erfuhren:
die Filbinger Trauerrede
-wurde nach einer Auseinandersetzung innerhalb der Baden-Württembergischen Regierungszentrale gehalten.
- Die Berater unseres Ministerpräsidenten haben bis kurz vor der Feier um die rechte Wortwahl gerungen, doch die ewig Erzkonservativen hätten sich durchgesetzt.

-der katholische Weihbischof Rainer Klug am Ende seines Versuches den (ehemaligen,
abgetretenen, katholischen) Ministerpräsidenten zu würdigen und den Schatten der Vergangenheit Filbingers zu verarbeiten, äußerte dass „der Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Liebe willen sollten Historiker diesen Aspekt nicht herausheben“.

--dass der Schriftsteller Rolf Hochhuth jene von Filbinger verdrängte Zeit 1978 wieder öffentlich gemacht habe. Die Klage des gegen ihn damals angestrengten Zivilprozesses, - das Landgericht Stuttgart sollte Hochhuth untersagen, Herrn Filbinger weiter als „Hitlers Marinerichter“ und als „furchtbaren Juristen“ zu bezeichnen- wurde am 13. Juli 1978 abgewiesen. Am 7. August, trat er als Regierungschef zurück.

--von der Leipziger Volkszeitung, dass Ralph Giordano/Schriftsteller Einblick in die Akte Filbinger hatte und Herr Giordano teilt uns u. a. mit, dass Filbinger vielfach an Todesstrafen teilgenommen hat, eine davon sogar noch nach der Kapitulation.

Ich trauere um all die wegen ihres aufrichtigen Gewissens verurteilten/hingerichteten sogenannten Dessateure
Ich trauere um alle Opfer des Nationalsozialismus und fühle mit den Hinterbliebenen der Opfer und Täter, die das Geschehene in das wahrhaftige historische Licht stellen und verarbeiten sollten um eine Wiederholung zu verhindern! Von einem Schleier des Vergessens halte ich gerade aus den vom Weihbischof genannten Gründen gar nichts. Sie dienen weder denen die schuldig wurden (aus welchen Gründen auch immer) noch denen die Schaden nahmen.
Ich schäme mich der Einstellung unseres Ministerpräsidenten, des Landtagsfraktionschefs Stefan Mappus, des Landesvorsitzenden der Jungen Union Steffen Bilger, des Vorsitzenden der
baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Georg Brunnhuber,des
ehemaligen Kultus/Finanzministers Gerhard Mayer-Vorfelder und ungenannte
CDU-Politiker, die weiterhin die Rede für angemessen halten.

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